Es ist manchmal zum „narrisch“ (=wahnsinnig) werden. Oft fühle ich mich so getrieben von dieser Schnelllebigkeit in unserer Gesellschaft. Alles sollte JETZT SOFORT geschehen oder es muss größer, schneller oder weiter gehen. Das ist doch einfach nur verrückt oder nicht? Kein Wunder, dass jeder Tag vorbeizieht, als wäre er ein Hauch von Nichts, dass jedes Jahr, kaum hat es gerade erst begonnen, plötzlich schon wieder endet. Wir rennen dem Alltag davon und haben keine Geduld oder Zeit mehr für Dinge, die länger brauchen. Die eben ZEIT brauchen. Aktuell beschäftigt mich dieses Thema ganz besonders, denn irgendwie ist alles, was man tagtäglich versucht, nie genug. Es fühlt sich so an, als würde man auf einer unendlichen Wegstrecke ein Ziel anstreben, das es einfach nicht gibt oder als würde man in einem Hamsterrad feststecken. Vielleicht ist das Thema „Backen mit Sauerteig“ gerade deshalb so aktuell und beliebt. Vielleicht geht es anderen Menschen auch so wie mir. Dieses Joghurt-Käse-Sauerteigbrot im Tontöpfchen ist NICHT in 10 Minuten fertiggebacken, aber dafür ist es ein Genuss, der definitiv in Erinnerung bleibt!

Zeit und Qualität aus der Region: Herrliches Joghurt-Käse-Sauerteigbrot mit Kräuteraufstrich
Das Leben am Land kann manchmal anstrengend sein, weil nicht „immer“ alles sofort verfügbar ist, gefühlt immer über jemanden geredet wird und man nicht auf dem Meter genau Öffis vor der Haustüre hat oder so wie bei uns im Zillertal oftmals vom Rest der Welt durch täglichem Stau abgeschieden ist. Vielleicht ist es aber gerade das, was ich so liebe. Ich kann eben gerade so wie jetzt am Balkon sitzen, der Sonne zusehen, wie sie hinter den prächtigen Bergen verschwindet und den Ausblick auf grüne Felder genießen. Das Natur-TV wird übrigens akustisch von Vogelgezwitscher begleitet und der Lärm der Autos auf der Schnellstraße ist so gedämpft, das ich ihn komplett ignorieren kann (außer ein Teenager fährt mit seinem ach allzu laut krachenden Moped vorbei). Zudem lerne ich gerade wieder extrem viel dazu, weil wir in einem Monat eines wohl unser größten privaten Projekte starten. Die Stimme nach „Weniger ist mehr“ wird in meinem Kopf gerade immer lauter und meine Liebe zu regionalen, saisonalen und hochwertigen Produkten immer größer.
Dieses herrlich krachende und aromatische Joghurt-Käse-Sauerteigbrot schmeckt vielleicht deshalb so gut, weil es viel Zeit zum Reifen bekommen hat und dafür natürlich auch die besten Zutaten aus der Region, die das Gütesiegel „Qualität Tirol“ tragen, verwendet wurden. Die Zubereitung von Sauerteiggebäck ist nicht arbeitsaufwendig, aber eben ZEITaufwendig und manchmal, wenn man die Zeit nicht hat, sie sich aber NIMMT, wird man mit einem äußerst köstlichen Genussmoment belohnt, den man mit all seinen Sinnen zu schätzen weiß.
Diese Brötchen eignen sich perfekt für den Osterbrunch oder einem herrlichen Picknick in der Frühlingssonne. Es ist auch möglich, einen großen Laib aus dem Teig zu formen und diesen im Topf zu backen. Mit ein bisschen Experimentierfreude und Liebe sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt.

Zutaten für den Vorteig
- 20 g Weizensauerteig Sissi alternativ geht auch Roggensauerteig
- 40 g Weizenmehl Type 700
- 40 g Wasser
Zutaten für den Hauptteig
- 400 g Weizenmehl Type 700
- 100 g „BIO vom BERG“ Dinkelvollmehl
- 320 g Wasser
- 100 g „Qualität Tirol“ Seeber Naturjoghurt
- 12 g Salz
- 5 g Bockshornklee optional
- 40 g „BIO vom BERG“ Reibkäse
Außerdem
- Etwas Butter zum Einfetten
- Etwas Weizenmehl zum Bemehlen
Zubereitung der Sauerteigbrötchen
- Für die Autolyse zuerst das Mehl mit dem Wasser in einer Schüssel vermengen und abgedeckt ca. 30-60 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
- Anschließend das Joghurt sowie Salz für ca. 10-15 Minuten auf niedriger Stufe einkneten.
- Den Teig abgedeckt für ca. 2 Stunden an einem warmen Ort reifen lassen und ihn dabei immer nach ca. 30 Min. dehnen und falten. Dazu die Hände etwas befeuchten. Danach rundherum immer etwas Teig am Rand hochziehen, auf die gegenüberliegende Seite ziehen und andrücken. Der Teig sollte sich um ca. 50% vergrößert haben. Für eine einfachere Kontrolle vor der Reifezeit ein Stück des Teiges in ein kleines Glas geben und mit einem Gummiband markieren.
- 12-15 Tontöpfchen mit ca. 7 cm Durchmesser mit etwas Butter einfetten sowie bemehlen.
- Den Teig anschließend in ca. 80-100 g schwere Teigportionen einteilen.
- Jeden Teigling zunächst auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem kleinen Rechteck ausziehen und mit etwas Reibekäse bestreuen. Die linke Teigseite in die Mitte, die rechte Teigseite darüber falten und den Teigling von unten straff aufrollen. Die Nähte verschließen und den Teig in das vorbereitete Tontöpfchen geben.
- Die Teiglinge abdecken und über Nacht im Kühlschrank für ca. 12-15 Stunden reifen lassen.
- Den Backofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine hitzebeständige Schale auf dem Boden des Backofens stellen. Die Tontöpfchen inzwischen aus dem Kühlschrank holen.
- Die Brötchen in den Backofen schieben, heißes Wasser in die Schale am Backofenboden gießen und die Ofentür rasch schließen.
- Die Sauerteigbrote 10 Min. backen, dann einmal in der Mitte einschneiden, die Temperatur auf 210 °C zurückschalten, den Dampf ablassen und für weitere 15 Minuten knusprig ausbacken. Inzwischen den Kräuteraufstrich vorbereiten.
Zutaten für den Kräuteraufstrich
- 80 g „Qualität Tirol“ Seeber Naturjoghurt
- 250 g Magertopfen
- 1 Hand voll „BIO vom BERG“ Petersilie
- 1 Bund „BIO vom BERG“ Schnittlauch
- Salz und Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung des Kräuteraufstrichs
- Das Naturjoghurt mit dem Topfen verrühren.
- Die Kräuter fein hacken und unterrühren.
- Den Aufstrich mit Salz sowie Pfeffer abschmecken und mit den noch warmen Brötchen servieren.
Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude beim Nachbacken!
Eure Celina




