Apfelstudel

Apfelstrudel

Draußen regnet es, der Wind wirbelt rote, orange und gelbe Blätter durch die Luft. Im Haus ist es gemütlich warm, es duftet nach Äpfeln und Zimt und alle warten nur noch darauf, bis er aus dem Ofen geholt wird: Der warme, selbstgebackene Apfelstrudel.
So sieht für mich der perfekte erste Herbsttag aus. Endlich ist sie wieder da, diese goldene Zeit, in der sich Menschen wiedersehen, die sich schon ewig nicht mehr getroffen haben, weil sie keine Zeit hatten. In der wieder Rauch aus den Kaminen aufsteigt. In der man bei einem Herbstspaziergang wieder Kind sein möchte und in einen großen Blätterhaufen hüpfen kann. Endlich wieder literweise Tee und warme Kuschel-Socken. Neben den Haustüren oder in den Fenstern sieht man wieder Laternen oder Kerzen, die einem das Gefühl von Heimat verleihen und dann der Blick in eine orange-goldene Landschaft, die aussieht, als käme sie direkt von einer Leinwand.

Ja, der Herbst. Eine wunderschöne Jahreszeit in der es meine Lieblingszutaten für köstliche Kuchen und Torten, Suppen oder Speisen gibt. Und fast alle in meiner Familie sind besessen von Apfelstrudel (Inklusive mir!). Aber das wirklich zurecht! Nichts geht über ein warmes, knuspriges Stück Apfelstrudel, am besten mit einer Kugel Vanilleeis oder mit warmer Vanillesauce.

Apfelstrudel mit selbst gezogenem Strudelteig

Natürlich kann man schnell in den Supermarkt gehen und sich Strudelteig kaufen. Dazu braucht es nicht viel Zeit und auch nicht viel Talent. Aber ein von Hand gezogener Strudelteig übertrumpft einfach alles! Und nein, es ist kein Ding der Unmöglichkeit, einen solchen wunderbaren Strudelteig herzustellen. Es macht sogar richtig Spaß!

Apfelstrudel1

Der Teig wird mit goldbraunen Butter-Bröseln und einer süß-säuerlichen Apfel-Zucker-Zimt-Mischung gefüllt. Ja, ich weiß, in einen richtigen Apfelstrudel gehören auch Rosinen. Aber ich gehöre zu den Menschen, die diese schrumpeligen kleinen Dingerchen nicht ausstehen können. Leider. Aber der Apfelstrudel schmeckt für mich auch ohne Rosinen einfach perfekt!
Anders als bei anderen Teigen, wird der Strudelteig nicht auf der Arbeitsfläche, sondern auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch verarbeitet. So kann er ganz einfach aufgerollt werden.

Apfelstrudel2

Probiert es aus, schaut beim Backen aus dem Fenster, trinkt gemütlich einen heißen Tee oder Kaffee und versucht, euch für einen wenn auch kleinen Moment von euren Problemen und Sorgen zu verabschieden. Genießt es, wenn der Apfelstrudel im Ofen bäckt und es im ganzen Haus nach Herbst duftet. Seht euch alte Fotos an oder tut etwas, was euch glücklich macht. Und danach: Schneidet euch ein Stück von eurem selbstgebackenen, noch heißen Apfelstrudel herunter und genießt jedes noch so kleine Stück.

Zutaten für den Strudelteig

  • 250 g Mehl
  • 125 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL zerlassene Butter
  • 1 EL Öl

Zubereitung des Strudelteiges

  1. Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und mit den Knethaken einer Küchenmaschine oder eines Handrührgeräts ca. 10 Minuten verkneten.
  2. Den Teig kurz aus der Schüssel nehmen und zu einer Kugel formen.
  3. Nun die Schüssel mit heißem Wasser ausspülen, etwas Öl hineinträufeln, den Teig darin schwenken und abgedeckt ca. 45 min. rasten lassen.

Zutaten für die Apfelfüllung

  • 1 kg säuerliche Äpfel
  • 80 g Brösel
  • 80 g Zucker
  • 50 g brauner Zucker
  • Saft von 2 Zitronen
  • 150 g zerlassene Butter
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL gemahlene Nelken
  • etwas Vanillemark/1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 EL Rum
  • 50 g Rosinen

Zubereitung der Apfelfülle

  1. 50 g Butter in eine beschichtete Pfanne geben, die Brösel darin goldbraun rösten, zur Seite stellen und abkühlen lassen.
  2. Die Äpfel waschen, vierteln und in Scheiben schneiden. (Sie müssen nicht geschält werden!)
  3. Nun die geschnittenen Apfelscheiben in eine große Schüssel geben und mit Zitronensaft vermischen. (Dieser verhindert, dass die Äpfel braun werden.)
  4. Zucker, brauner Zucker, Vanille, Zimt, Nelken sowie Rum hinzufügen und mit den Apfelscheiben vermischen.

Fertigstellung des Apfelstrudels

  1. Den Backofen auf 210°C Heißluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Den Strudelteig auf ein sauberes, leicht bemehltes Geschirrtuch legen und ausrollen (so dünn, wie es geht).
  3. Anschließend den Teig mit den Fäusten vorsichtig so dünn zu einem Rechteck ziehen, bis das Geschirrtuch leicht durchscheint. (Vorsicht, dass mit den Fingernägeln oder durch zu festes Ziehen keine Löcher gemacht werden)
  4. Zuerst die Brösel sowie etwas zerlassene Butter und anschließend die Apfelscheiben (ggf. etwas ausdrücken, da sie durch den Zucker etwas Wasser ziehen) sowie die Rosinen auf dem Teig verteilen.
  5. Die Seiten einschlagen und den Teig mithilfe des Geschirrtuches einrollen.
  6. Nun den Apfelstrudel vorsichtig auf das Backblech legen, mit dem Rest der flüssigen Butter bestreichen und ca. 45 – 50 Minuten backen.

Ein Kommentar

  1. Mmmmhhhhh….. ein super Rezept. Ich habe mich dank deiner super Beschreibung zum ersten Mal an einen Strudelteig gewagt und ich war superglücklich, dass es so gut geklappt hat!

    Ich habe zu dem Butter-/Bröselgemisch noch 50g ger. Haselnüsse mit angeröstet in der Pfanne! Ein Traum!

Bewerte dieses Rezept

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.